Biodiversitätstag Oberaargau
2017

Sonntag, 21. Mai 2017, 10.00 – 16.00 Uhr

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Rückblick 2011

Willkommen im Langenthaler Wald

Der 4. Biodiversitätstag Oberaargau vom 15. Mai 2011 bot vielfältigste Einblicke und Erlebnisse im Zusammenhang mit dem Langenthaler Wald und den Bäumen der «Gartenstadt» Langenthal. Die über 90 Helferinnen und Helfer von 25 Organisationen scheuten keinen Aufwand und brachten den Hunderten Kindern und Erwachsenen zahlreiche Themen auf eindrückliche Weise näher.

 

«Was haben Fische mit Wald zu tun?» fragte ein Besucher am Stand der Fischpachtvereinigung Oberaargau. «Erstaunlich viel, denn die Wälder liefern sauberes und kühles Wasser, und das auch bei Trockenheit» antwortete Andreas Steinmann aus Wangen. «Zudem kommt mit dem Blattfall im Herbst auch ganz viel Futter für Kleintiere in die Bäche. Diese Kleintiere werden dann gerne von den Fischen gefressen», fügte er an.

Alles ist vernetzt

Viele kleine Tiere waren auch am Stand der Langenthaler Kompostberatung und beim Stand des WWF Bern im Wald zu sehen. «Ob im Kompost oder im Wald, Insekten, Hundertfüssler, Pilze und Co. leisten als Zersetzer unglaubliche Arbeit!» meinte Andreas Morf am Stand von Pro Natura Oberaargau und steckte die Klinge seines Sackmessers in ein halb zersetztes Stück Holz. Weiter erklärte er, dass die Krabbeltiere z.B. für Spechte wertvolle Nahrung darstellen und ihnen deshalb im Wald und Garten so viel Altholz wie möglich überlassen werden sollten. «Pilze sind nicht nur wertvolle Zersetzer, sondern unterstützen die Bäume mit Wasser und Nährstoffen» meinte Alfred Jörg am Stand des Vereins für Pilzkunde. «Dafür überlassen ihnen die Bäume Zucker, den sie dank ihrem Blattgrün herstellen können». Eine Firma, welche diese Symbiose sehr zu schätzen weiss, ist die Bio-Imkerei Paroni. Denn ein anderer Teil des «Baum-Zuckers» gelangt über die Blattläuse zu den Bienen, welche ihn zu Honig weiter verarbeiten.

Feines von den wertvollen Bäumen

Hinauf ins Blätterdach der Esche beim Stopp-Lisi begab sich Anja Erni mit ihren Kletterseilen. «Es ist wichtig, dass die Bäume regelmässig, dafür nur mit kleinen Eingriffen gepflegt werden» meinte sie beim Festzurren ihres Klettergurtes. Hingegen den Gürtel nicht enger schnallen mussten die Leute von den Naturfreunden. Gleich neben ihrer Festwirtschaft gab es bei der IG Rottaler Ernte das Zigerchrosi, zu einem rechten Teil gefertigt aus Hochstammobst, zu degustieren. Dank Slow Food Oberaargau, ebenfalls vor Ort, wurde diese Spezialität kürzlich in die Arche des Geschmacks von Slow Food Schweiz aufgenommen. Feine Obst-Schnitze hatten auch die Frauen vom Bärner Burechorb mit dabei. Wer Lust hatte, konnte sie am Aspisee als Zwischenverpflegung geniessen, sich gleichzeitig die interessanten Geschichten der Jäger anhören und anschliessen am Stand von Suissessences vom natürlichen Duft der Fichte und Douglasie begeistern lassen.

Gefährdete Arten in Tümpel und Teichen

«Genau in solchen Lehmpfützen leben die europaweit gefährdeten Gelbauchunken», sagte Beatrice Lüscher von der Koordinationsstelle für Amphibien und Reptilien KARCH und zeigte auf einen Lehmtümpel am Rand der Waldstrasse. «Im Rahmen des Smaragd-Projekts Oberaargau arbeiten wir eng mit der Burgergemeinde Langenthal zusammen», fügte sie hinzu. Weiter wies sie darauf hin, dass nur dank dem Entgegenkommen der Landbesitzer und andere Unterstützung, z.B. durch den Fonds Landschaft Schweiz, den seltenen Arten im Smaragd-Gebiet Oberaargau tatkräftig geholfen werden könne. Dass dabei manchmal auch schwere Maschinen eingesetzt werden, illustrierte Markus Gerber aus Madiswil, der kurzerhand einen Bagger an den Rundgang stellte. Zu schätzen weiss dies auch ein spezieller Nager, wie am Stand von Hallo Biber Mittelland vernommen werden konnte.

Faulbaum, Wilder Reis und Karpfen

Bei der Gärtnerei Schenk konnten heranwachsende Smaragd-Pflanzen wie etwa der Wilde Reis bestaunt werden. Dieser gedeiht auch an den Teichen des Vereins Karpfen pur Natur im Rottal, welcher am Sonntag ebenfalls präsent war. Projektleiter Manfred Steffen schilderte: «Die Mönche von St. Urban legten ihre Karpfenteiche einstmals auch direkt im Wald oder in Waldbuchten an, einer befand sich zum Beispiel im Obersteckholzer Brunloch angrenzend an das Gemeindegebiet von Langenthal. Dabei machten sie sich den lehmigen Untergrund zu nutze.» Diesen Lehm mag auch der Faulbaum, steht auf einer Grenzpfad-Tafel mitten im Langenthaler Wald. Kein Wunder konnten am Sonntag nur ein paar Hundert Meter weiter seine zierlichen Zweige in den Korbwaren von Tony Bucheli entdeckt werden. Dank den zahllosen Faulbäumen im Langenthaler Wald wird den Raupen des Zitronenfalters ihr Hauptnahrung trotzdem nicht ausgehen.

 

Impressionen vom Oberaargauer Biodiversitätstag 2011