Biodiversitätstag Oberaargau
2017

Sonntag, 21. Mai 2017, 10.00 – 16.00 Uhr

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Rückblick 2013

6. Biodiversitätstag Oberaargau am «Berken-Chehr»

Ein Tag im Zeichen der Zusammenarbeit

 

Davon hatten die Organisatoren der diesjährigen Biodiversitätstags im Vorfeld nur zu träumen gewagt: Mit rund 2000 Kinder und Erwachsenen vor Ort verzeichnete der Biodiversitätstag Oberaargau vom 5. Mai 2013 einen Besucherrekord. Dank schönem Wetter, frischem Grün und blühend-duftenden Traubenkirschen zeigte sich der «Berken-Chehr» zudem von der schönsten Seite. Auch war es an der Aare für die Beteiligten ein Leichtes, den Themenbogen «Biodiversität, Wasser und Zusammenarbeit» zu spannen.

Biber und Biodiversität am Wasser

Bei Stadönz freute sich zum Beispiel Mario Fracheboud von Pro Natura Oberaargau über das grosse Interesse des Publikums. Seine Organisation gestaltete dieses Jahr ihren Stand zum Thema Biber gemeinsam mit Peter Lakerveld von Hallo Biber Mittelland. Dieser hatte die neue Broschüre «Der Biber – eine Landschaftsgestalter für die Artenvielfalt» mitgebracht. «Da wo der Biber lebt, kann die Biodiversität am Wasser schlagartig zunehmen» fasste er sie kurz zusammen. Auch im Rahmen des Smaragd-Projekts Oberaargau werde dieser Prozess begleitet und bei einzelnen Problemfällen nach konstruktiven Lösungen gesucht. Christian Hedinger, am gemeinsamen Stand des Smaragd-Projekts und des WWF Bern, findet den Biodiversitätstag eine gute Sache, weil Landnutzer und Umweltorganisationen dadurch vermehrt frühzeitig miteinander ins Gespräch kommen.

Von der Gelbbauchunke…

Heimlicher Star am Stand der Arge Oenztal war eine Gelbbauchunke. Sie gehört zu den europaweit gefährdeten Smaragd-Arten, für die im Smaragd-Gebiet Massnahmen umgesetzt werden, so auch im Oenztal. «Nein, das ist kein Frosch und auch keine Kröte», musste Sabine Beer von der Arge Oenztal mit Hinweis auf den schwarz-gelb gefleckten Bauch der kleinen Amphibienart x-mal wiederholen. Mit mehr Wissen zu dieser Tierart werden viele Garten- und Landbesitzer mit der Zeit Weiher ohne Goldfische oder sogar spezielle Tümpel anlegen, ist sie überzeugt. Wer nun etwas Abwechslung suchte, konnte von der Firma Astwerk gesichert einen Baum besteigen oder sich im Beizli der Naturfreunde Oberaargau direkt an der Aare zwischenverpflegen.

…bis zu den Pflegeprodukten

Ein paar Schritte weiter gab es beim Jägerverein Oberaargau kleine Gebäcke in Hasen-Form zu knabbern. Albert Schmid führte aus, dass die Jäger künftig den Bestand der Feldhasen im Oberaargau mit dem Projekt «Hopp-Hase» stärken möchten. Die Zusammenarbeit mit den Landwirten sei dafür die wichtigste Grundlage, merkte Schmid an. Zur Freude des Publikums hatten die Organisatoren des Biodiversitätstags auch wieder auf die Zusammenarbeit mit Geissbühler Glacen, mit dem Bärner Burechorb und den Landfrauen Langenthal gesetzt. Doch nicht nur zur Produktion von Schlemmereien braucht es genügend Wasser: Die Landwirte von Suissessences informierte bei der Berken-Brücke einerseits über ihre Pflegeprodukte auf der Basis von Duftkräutern, andererseits aber auch gleich über den Anbau und die Bewässerung ihrer Kräuterkulturen in Nachbarschaft zur Aare.

Essbares rund ums Wasser

Direkt im Wasser wächst die Wynauer Brunnenkresse. Am Stand von Slow Food Oberaargau und der IG Rottaler Ernte gab es diese Oberaargauer Spezialität zu kosten. Auch der von der Käserei Melchnau neu entwickelte Brunnenkressekäse wurde fleissig degustiert. Ebenfalls aus Melchnau stamme der frische Ziger im «Zigerchrosi», teils sogar aus Milch von Kühen, die «Wässermattengras» fressen, informierte Pia Büchler von der IG Rottaler Ernte. Auch die Fischknusperli des Fischereivereins Wangen mundeten neben der vom Verein initiierten Renaturierung des Aareufers bestens. Beim Kraftwerk Bannwil brutzelten Karpfen im Fritieröl, während die Lebewesen in den Aquarien des Vereins Lebendiges Rottal gleich daneben von Fressfeinden unbehelligt ihre Runden drehten.

Von der Fledermaus zum Elektrobike

Runden drehen auch Wasserfledermäuse, allerdings über der Wasseroberfläche, wie Olivier Fiechter vom Fledermausschutz Bern ausführte. «Kürzlich haben mich die Fischer zu einem Anlass eingeladen, weil sie mehr über die Fledermäuse wissen möchten», fügte er erfreut an. Auch die Onyx, die Gastgeberin beim Kraftwerk Bannwil, engagiere sich für diese Säugetiere. Am Velorama-Stand gleich daneben kam der Ökostrom der Onyx mittels Flyer-Elektrobikes zum Einsatz, während die beiden Pferde des nahen Kutschengespanns mit erneuerbarer Energie die Verbindung zum Bahnhof Bannwil herstellten.

Gemeinsam «Unmögliches» erreichen

Nicht lange auf Vögel warten musste man am Stand des Vogelschutz Aarwangen. Durch das bereitgestellte Fernrohr wurden im Naturschutzgebiet «Vogelraupfi» gemäss Liste mindestens 25 Vogelarten gesichtet, darunter gar der Kuckuck. «Wer den Kuckuck auch in Zukunft hören möchte, soll an möglichst vielen Stellen die Brennnesseln wachsen lassen. Da drauf leben nämlich die für den Kuckuck wichtigen Futterraupen», informierte Beat Stöckli. Auf die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen angesprochen zählte er eine eindrückliche Reihe auf und fügte hinzu: «Der diesjährige Biodiversitätstag zeigt mir einmal mehr, dass in Zusammenarbeit Dinge wahr werden, die im Alleingang unmöglich wären.»

Werner Stirnimann

 

Impressionen vom Oberaargauer Biodiversitätstag 2013