Biodiversitätstag Oberaargau
2017

Sonntag, 21. Mai 2017, 10.00 – 16.00 Uhr

Startseite Der Biodiversitätstag Oberaargau Anreise und Rundgang Verpflegung Beteiligte Partner Sponsoren und Gönner Was ist Biodiversität? Smaragdgebiet Bildgalerie Kontakt  

Rückblick 2014

7. Biodiversitätstag Oberaargau in Altbüron

Sonniger Biodiversitätstag im blumigen Altbüron

 

Am Sonntag 18. Mai war in Altbüron am «Tag der Sonne» und im Rahmen des Biodiversitätstags Oberaargau einiges los: Weit über Tausend Besucherinnen und Besucher, zur Hauptsache aus den nahen Gemeinden der Kantone Luzern, Bern und Aargau entdeckten auf einem Erlebnisspaziergang verschiedenste Facetten der Rottaler Kulturlandschaft. Daneben mähten die Landwirte auf den weiten Wiesen das Heugras, in den umliegenden Ökostreifen summten zahllose Insekten und die riesigen Sonnenkollektoren produzierten Strom auf Hochtouren, seit neustem im Rahmen der «Energiestadt Altbüron».

Lokales Handeln ist wichtig

Mitten in den Ständen des Biodiversitätstags überreichten die Luzerner Kantonsratspräsidentin Irene Keller und Ulrich König vom Trägerverein Energiestadt den Altbürer Gemeindevertretern das Energiestadt-Label. Sowohl Frau Keller wie auch Herr König betonten in ihrer Rede wie wichtig das Handeln auf lokaler und regionaler Ebene sei, speziell vor dem Hintergrund der globalen Herausforderungen und Krisen. In Altbüron fand anschliessend das Publikum die Spuren des jahrzehntelangen Handelns für die Biodiversität - und in den letzten Jahren auch für die erneuerbaren Energiequellen - auf Schritt und Tritt. Als erstes fielen den Besucherinnen und Besuchern die bunten Blumenwiesen am Kapellhügel auf. Zwei darin lebende Tierarten, der Glögglifrosch und die Feldgrille, konnten an den Infoständen von Amphibienfreunden bzw. von Pro Natura Oberaargau aus nächster Nähe betrachtet werden.

Von den Schlitztrommeln zu den Fledermäusen

In Sichtweite zum alten Bahndamm standen Schlitztrommeln aus diversen Holzarten, denen speziell die Kinder allerhand Töne entlockten. Nach einer ersten Stärkung in der Festwirtschaft der Naturfreunde und einer kurzen Ruhepause im Heubad des Bauernvereins Altbüron-Grossdietwil-Fischbach bekamen die Erwachsenen das Vernetzungsprojekt der Gemeinden Altbüron und Pfaffnau vorgestellt, während die Kinder im Schutz von „Regenschirm-Bäumen“ die Wanderung entlang eines Vernetzungskorridors ausprobieren durften. Dieser führte zu einem Infostand mit Fledermäusen in allen Variationen, ergänzt durch Pflanzen für Nachtfalter. Sie sind die Leibspeise gewisser Fledermausarten. Eine Grenzpfad-Tafel rückte ein paar Schritte weiter z.B. die Rottaler Wässermatten in den Vordergrund.

Fisch, Yak und Feldlerche am Bonerenberg

Nach dem eindrücklichen Stand des Luzerner Fischereiverbands folgten am Altbürer Karpfenteich die Stände der Vereine Karpfen pur Natur, Lebendiges Rottal und Smaragd-Gebiet Oberaargau, die sich in der Region für lokal bis europaweit gefährdete Arten und die Aufwertung der Kulturlandschaft einsetzen. Für die Kinder waren die Kaulquappen im Teich die heimlichen Stars des Tages. Weiter bestaunten sie am nahen Bonerenberg  die exotisch wirkenden Yaks, welche ihr Futter auf mehr als sechs Hektaren Extensivweide mit grosser Biodiversität finden. Ganz auf den Bonerenberg lockte die Aussicht auf die Alpen und zeitweise der Singflug der Feldlerche.  

Grenzüberschreitende Inhalte

Zurück im Dorf baten Restaurant Linde und Café Chäppeli zu Tisch, bevor es zum Stand der Thurgauer Nussbaumschule Gubler weiter ging. Neben der Baumnusssorte „Altbüron“ gab es hier Nusssorten mit Herkunft von China bis in die USA zu bestaunen. Direkt bei der Kapelle bot die IG Rottaler Ernte die einheimischen Nüsse und auch das Rottaler Zigerchrosi zur Degustation an. Zur guten Bestäubung und Befruchtung der dazu benötigten Dörrbirnen tragen jedes Jahr die Honigbienen bei. Sie standen beim Hinterländer Imkerverein im Vordergrund. Im Rahmen des UNO-Jahres der Familienlandwirtschaft bereicherten auch die Käsereigenossenschaft Melchnau und die Bärner Burechorb-Frauen den Kapellenplatz. Weiter teilten sich die Kulturvereinigung Hiltbrunnenstube, die Heimatvereinigung und der Pilzverein Melchnau die schöne Aussicht auf das Rottal.

Innovatives neben Althergebrachtem

Dass früher für unmöglich Gehaltenes wahr werden kann, zeigte der Blick in die nahe Gewerbezone. Die grossflächigen Solardächer der Gewerbebauten tragen dazu bei, dass Altbüron europaweit pro Kopf am meisten Solarpanelfläche montiert hat. Am Stand der Gemeinde erklärten Spezialisten anhand eines Models die Funktionsweise der Sonnenkollektoren. Währenddessen fokussierten ein paar Schritte weiter die Reflektoren eines Solarkochers die Sonnenstrahlen auf eine Bratpfanne mit Bratwürsten, welche ohne weitere Energiequelle im Nu gebraten waren. Schön im Schatten durften sich die Kleintiere des Ornithologischen Vereins Altbüron aufhalten. Auch die Maienpfeifen unter dem nahen Sonnenschirm und die Willisauer Ringli bei Willisau Tourismus vermochten zu begeistern und trugen zu vielen Kontakten im Rottaler und Oberaargauer Netzwerk für Biodiversität, Energie und Ernährung bei. Der Indianerhäuptling Geronimo (1829-1909) hätte sich vermutlich darüber gefreut. Er solle  gesagt haben soll: „Im Lebensnetz ist alles miteinander verknüpft!“. Mehr als Hundert Jahre später brachte das auch der 7. Biodiversitätstag Oberaargau zum Ausdruck.

Werner Stirnimann

 

Impressionen vom Oberaargauer Biodiversitätstag 2014